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Pflanzensaftsaugende Insekten (Band 662 - 669 - Herausgeber: Gerald Moritz)
Band 663: Thripse, Fransenflügler, Thysanoptera - Prof. Dr. Gerald Moritz, Universität Halle (Saale)
Band 664: Mottenschildläuse, Aleyrodina - Prof. Dr. Rudolf Bährmann, Universität Jena
Band 665: Blattflöhe, Psyllidae - Dr. Daniel Burckhardt, Naturhistorisches Museum Basel
Band 666: Schildläuse, Coccina - Prof. Dr. Heinrich Schmutterer, Universität Gießen
Band 667: Blattläuse, Aphidina - Gerolf Lampel, Universität Fribourg
Band 668: Zikaden, Cicadina - Prof. Dr. Hans Strümpel, Universität Hamburg
Band 669: Wanzen, Hemiptera - NN
Westarp Wissenschaften-Verlagsgesellschaft mbH
Vorwort des Herausgebers zur Buchreihe
Vor mehr als 200 Millionen Jahren begannen sich recht vielseitige Beziehungen zwischen Pflanzen und Insekten zu entwickeln. Ein »Burgfrieden« wurde geschlossen, der einerseits den Insekten Nahrung und zahlreiche neue Nischen bot und sie andererseits als unverzichtbare Boten mit Bestäuberfunktion engagiert. Die Qualität der Nahrung und die Quantität des hervorgerufenen Schadens übten entscheidenden selektiven Druck auf die Evolution der höheren Pflanzen aus. Dabei werden die äußerst vielseitigen Wehrstrategien gegenüber phytophagen Insekten immer ausgeklügelter und die Erschließung neuer Ressourcen erforderte neue, raffinierte Varianten, wie die Abwandlung ursprünglich kauend-beißender Mundwerkzeuge zu einem hochspezialisierten Stech- und Saugapparat. Dieser dient ähnlich wie die Injektionsnadel bei der Blutspende dem Aussaugen der Wirtspflanze, wobei nach dem Saugakt der Wirt, aber auch einige angestochene Zellen am Leben bleiben.  Eine dritte Liaison wird möglich und erfolgreich geschlossen, da Viren und Bakterien sowie manche Pilze die stechend-saugenden Mundwerkzeuge für ihre Verbreitung sehr effektiv nutzen können und sich mit Hilfe der Insekten zu beachtlichen Krankheitserregern etabliert haben. Aus diesen Gründen erscheint die genauere Betrachtung aller Insektengruppen, die für ihre Ernährung Pflanzen mit einem speziell dafür konstruierten Stechapparat aussaugen, besonders interessant. Die Nutzung einer derartigen Konstruktion zur pflanzlichen Nahrungsaufnahme eint alle in dieser Buchreihe behandelten Taxa, wenngleich qualitativ mit den Stechborsten äußerst unterschiedliche Nahrungsquellen erreicht werden. Die meisten Vertreter sind sehr klein, ein mögliches Resultat der eng an ihre Wirtspflanzen gebundenen Lebensweise sowie ihrer energetischen Bilanz. So erreichen mit Ausnahme der pflanzensaftsaugenden Wanzen und Zikaden fast alle Vertreter der Fransenflügler, Mottenschildläuse und Blattläuse nur wenige Millimeter Körperlänge. Ein wahrscheinlich wesentlicher Grund dafür, dass die Erforschung ihrer Biologie noch fast unglaubliche Neuigkeiten bringt und manches Dogma biologischer Anschauung in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Diese faszinierende Welt dem Leser näher zu bringen, soll die Hauptaufgabe der sieben Bände über die Biologie pflanzensaftsaugender Insekten sein. Natürlich bemühten sich alle Autoren den Text verständlich zu schreiben und mit Abbildungen zu erläutern. Jedoch liegt es in der Materie des Vorhabens, dass der interessierte Leser manchmal gezwungen sein wird, vertiefende und ergänzende Literatur zu verwenden und dass interessante Vernetzungen von Zusammenhängen erst durch das Studium aller Bände dieser Buchreihe erkannt werden.
created October 2005 by Gerald Moritz

 

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