Kurze Geschichte der Entomologischen Sammlungen



1769
Die Berufung von J.F.G. GOLDHAGEN zum ersten halleschen Ordinarius für Naturgeschichte wird von den Chronisten als die Geburtsstunde des Institutes für Zoologie und der Zoologischen Sammlungen bezeichnet.

1775
erwirbt Goldhagen das Gründlersche Naturalienkabinett mit einer umfangreichen Mollusken- und Insektenkollektion.

1787
veranlasst der Kanzler von Hoffmann den staatlichen Ankauf des zu dem Zeitpunkt circa 2500 zoologische und mineralogische Objekte umfassenden Naturalienkabinettes; dieses verbleibt auch nach dem Tode Goldhagens noch in dessen versiegelter Wohnung.

1791/92
Umzug des Zoologischen Kabinettes in die ehemalige, von 1788 - 1791 umgebaute erzbischöfliche Residenz; es galt zum damaligen Zeitpunkt als das vollständigste, das an einer deutschen Universität angetroffen werden konnte.

1805
Ausgliederung der Mineralogischen Sammlung durch den Professor für Mineralogie H. Steffens.

1806
Während des Napoleonkrieges überstürzte Auslagerung in das Auditorium, wo das Kabinett dem allmählichen Verderb anheimfiel.

1808
erneute Aufstellung und Restauration.

1815
mit der Berufung von C.L. Nitzsch Teilung der Sammlung; Ausgliederung des medizinisch-anatomischen Teils in das neugegründete Anatomische Institut. Die Mallophagen-Sammlung von Nitsch stellt einen der ältesten und wervollsten Teile der heutigen Entomologischen Sammlungen dar und beinhaltet eine große Anzahl von Typen.

1822
das verbliebene Kabinett wird in Räumen des ehemaligen reformierten Gymnasiums untergebracht; Restauration (umfangreicher Austausch verdorbener Präparate) und starke Erweiterung durch Nitzsch.

1835-37
Verlagerung der Sammlungen in den linken oberen Flügel des neu erbauten Universitätshauptgebäudes (Löwengebäude) und Ausbau zum Zoologischen Museum unter Burmeister mit Hilfe des Präparators A. Göring.

1850-60
durch zwei große Sammelreisen Burmeisters in die La-Plata-Staaten gelangte umfangreiches Material aus Südamerika in die Sammlungen, darunter auch eine große Anzahl Typen (die Sammelausbeute umfaßte weit über 100.000 Insekten). Die Insektensammlung Burmeisters mit den Ausbeuten seiner Reisen stellt die Grundlage unserer heutigen Entomologischen Sammlungen dar.

1886
Umzug in die umgebaute Medizinisch-Chirurgische Klinik am Domplatz 4, dem heutigen Standort der Zoologischen Sammlungen; Neuordnung und ausgiebige systematische Bearbeitung durch E.O.W. Taschenberg.

1945
die Sammlungen überstehen die teilweise Auslagerung im zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet.

ab 1955
ständige Erweiterung des Sammlungsbestandes durch Sammelreisen nach China, Kuba und in die Mongolei.

ab 1980
Beginn der systematischen Inventarisierung der wissenschaftlichen Sammlung.

ab 1993
durch Bausanierungen und räumliche Veränderungen beginnende Neuordnung der Lehrsammlung.

1994/95
Eingliederung der Lehrsammlung der mit der Universität vereinigten Pädagogischen Hochschule Halle.

ab 1996
Profilierung der Entomologischen Sammlungen zum Zentrum der Biodiversitätsforschung in Sachsen-Anhalt.
Verstärkte internationale Zusammenarbeit und Bereitstellung von Sammlungs- und Datenmaterial für eine globale Inventarisierung der Tierwelt.


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